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Voll motiviert machte sich unser Team am Freitag Mittag auf den Weg nach Erfurt. Mit knapp 550 km hatte das Team aus Gettorf den weitesten Anreiseweg, der sich durch ca. 1. Stunde Stau um Hamburg noch ein wenig unnötig in die Länge zog.

Gegen 22:00 Uhr bezogen Spieler und mitgereiste Fans ihre Quartiere und waren voller Vorfreude auf das Event, das im Vorwege von den Ausrichtern auf Facebook verheißungsvoll angepriesen wurde.

Das erste Spiel startete leicht verspätet gegen FOX ERFURT. Die Gastgeber waren phasenweise schwer zu bespielen, auch weil vieles an Zweikämpfen zu vermeintlichen Schmerzen beim Gegner führten, die beachtlich schnell nach einem Abpfiff und Rückfrage eines Schiedsrichters wieder weg waren. Böse Zuschauer behaupten, dass das Fußballfieber vielleicht zu ansteckend war, wir lassen das einfach mal offen. Die erste Hälfte wurde leider komplett verschlafen und so lagen die Gettorfer zur Halbzeit mit 3. Toren hinten. Dieser Rückstand zog sich leider auch durch die zweite Spielhälfte, mit zwei Toren Differenz (11:9) musste man sich letztendlich in dem Wissen geschlagen geben, dass man das Spiel selber weggeschenkt hatte.

Die zweite Partie musste einen Sieg für unsere Männer + 1 geben, um das Halbfinale noch zu erreichen. Als Gegner standen die frisch in die zweite Bundesliga aufgestiegenen Spieler aus dem TSV Tollwut Ebersgöns auf dem Plan. Mit extrem laufstarken Gegenspielern, konstant starken 3. Blöcken und einem konzentrierten, wenn auch sehr schnellem Aufbau mit zahlreichen Seitenverlagerungen, hatten alle Gettorfer Spieler ihre Probleme, so dass man das ganze Spiel recht einfach zusammenfassen kann mit "Keine Schande gegen so einen Gegner zu verlieren, der an dem Tag einfach eine Liga besser spielte!". Am Ende zwar unnötig hoch mit 9:15, war dies jedoch dem Druck geschuldet, den Gettorf machen musste, um noch eine Chance zu kriegen und die daraus entstehenden Kontermöglichkeiten für Ebersgöns.

Am Ende des Tages war sich auch fast jeder im Team einig, dass Ebersgöns die Meisterschaft holen müsste, wenn die Leistung am Sonntag genau so sein würde wie an diesem Tag.

Nachdem der Traum damit geplatzt war, war natürlich auch die Luft im Team etwas raus und alle Beteiligten brauchten erst mal ein bisschen, um das Erlebte zu verdauen. Im letzten Spiel gegen Mannheim wurde dann aber der erste Sieg des Tages erwartet, um wenigstens den Tag einigermaßen vernünftig zu beenden.

Plötzlich lief das Spiel auch besser, der Biss war gefunden, das Team funktionierte und konnte sich (mal mehr, mal weniger schön) mit 14:9 durchsetzen. Dass die Gettorfer Fans trotz des bereits im Foyer laufenden Deutschlandspiels immer noch die Stange hielten muss hier nochmal ausdrücklichen Dank finden.

Für das Spiel um Platz 5 qualifiziert machte man sich Sonntag um 12:45 Uhr gegen die TSG Erlensee 1874 e.V. - Abteilung Floorball bereit. Die Spielerbillanz sah inzwischen schon etwas dürftiger aus (1*Fieberausfall, 1*Adduktorenprobleme, 1*Oberschenkelzerrung und reichlich harte Waden und anderen Blessuren beim Rest). Dennoch wurde das Spiel mit 6. - 7. Feldspielern auf Gettorfer Seite direkt als enge Partie aufgenommen, bei der klar war, dass Erlensee reichlich Bock hatte, zu netzen. Doch die erste Hälfte war geprägt von gutem Defensivverhalten auf beiden Seiten und so trennte man sich nur 2:2 nach 20. Minuten. Die zweite Halbzeit lief unserem Team dann phasenweise komplett aus dem Ruder und so führte Erlensee noch anderthalb Minuten vor Schluss mit 8:6. In einer an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase war es dann Luca Vogel, der sich dazu berufen fühlte den Ausgleich und den Siegtreffer in buchstäblich letzter Sekunde zu machen. Nur um nach dem Spiel verdienterweise als Best Player und am Ende des Turniers sogar als Topscorer ausgezeichnet zu werden. ;-)

Wo wir gerade bei Auszeichnungen sind: Auch unser Schlussmann, Kevin Müller, wurde als bester Goalie ausgezeichnet. Ein geschlossenes Entschuldigung der eigenen Verteidigung ist an dieser Stelle durchaus nochmal angebracht.

Am Ende steht für Gettorf der fünfte Platz auf der Urkunde, die durchaus auch ein Pokal hätte werden können.

Leider wurde das Turnier auch phasenweise durch die hohen Erwartungen des Veranstalters getrübt, diese jedoch an einigen Stellen einfach nicht erfüllt werden konnten.

Wurde doch im Vorweg von jedem Team ein Einlaufsong gewünscht, so fand der Einlaufsong und die eventuelle Nennung der Starting-4 bis zum Finale bei keinem Spiel Anwendung. Dies mag aber auch dem Verzug geschuldet sein, den so ein langer Spieltag mit sich bringt.

Dass jedoch kaum bis gar kein Bandendienst vorhanden war, teilweise die (manchmal auch gar nicht anzufindenden) Sanitäter den Livestream kommentiert haben, der Ausrichter nicht in der Lage war das durchaus rutschige Spielfeld in Pausen mal durchzuwischen und rundherum wenig Rahmenprogramm stattfand, war dann doch enttäuschend. Auch die kurzen Denkpausen bei den Best-Player-Ehrungen direkt nach dem Spiel à la "welches Team ehre ich eigentlich gerade?...achja Team XY" machten den an sich guten Gedanken der Ehrung etwas ernüchternd.

Hier würden wir uns für die nächste DM einen feierlicheren Rahmen wünschen, der hier mit mehr Manpower bestimmt auch drin gewesen wäre, schließlich war die Location mehr als geeignet.

Lukas Fleischhauer